Entschuldigung

Ein verantwortlicher Mensch wird niemals um Entschuldigung bitten.
Denn jede Handlung hat Konsequenzen und diese Konsequenzen wird der verantwortliche Mensch tragen (und verantworten). Bittet er um Entschuldigung für sein Tun, dann handelt er wie ein kleines Kind, das die Konsequenzen seiner Handlungen noch nicht selbst tragen muß.

Wenn man die Problematik entwicklungsgeschichtlich betrachtet, dann kann man wohl behaupten, dass der Satz: „...und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!“ durchaus als Fortschritt der Menschheit zu erachten ist.
Denn zuvor galt: „Auge um Auge, Zahn um Zahn!“ - das heißt, jede Schuld konnte nur durch vollständige Rache getilgt werden. Das wiederum bedeutet in der gesellschaftlichen Praxis ein ziemliches Gemetzel und noch nicht einmal diesem Gemetzel ist die Menschheit bislang entronnen, wie man in allen Gesellschaften sehen kann, wo „Ehre“ und „Rache“ als moralische Instanzen gelten.

Wenn nun „die Menschheit“ ihren Möglichkeiten nicht gerecht wird und es auch nicht danach ausschaut, als würde „die Menschheit“ sich weiterentwickeln, so erscheint das zwar bedauerlich, ist aber wohl nicht so einfach zu ändern.

Jeder einzelne Mensch aber kann sich sehr wohl jederzeit wie ein souveränes und verantwortliches Lebewesen verhalten, er muß es bloß tun und im besten Fall auch sein.

Jedenfalls:
Der Satz der evolutionär auf „...und vergib uns unsere Schuld!“ folgt, lautet:
„...und meine Schuld(*) trage und verantworte ich selbst, weil ich kein kleines Kind mehr bin!“

(*) an den Auswirkungen meiner Taten bin ich in jedem Fall „schuld“, das hat nichts mit „gut“ und „böse“ zu tun.